Archiv 2011 - 2. Auflage (3. Juni)
2010 - 1. Auflage (4. Juni)
KRESSBRONN / ah Wer gerne läuft, ist am Freitag zum ersten Kressbronner Mühlenlauf eingeladen. Los geht es an der Untermühle, entlang der Mittelmühle, bis zur Kehre an der Obermühle. Geschichte und Tradition, verbunden mit gesundem Sportgeist, sollen für alle Teilnehmer bei bestem Laufwetter viel Spaß und Freude bringen. Seit Jahrhunderten gibt es entlang des Nonnenbachs, der beim kleinen Örtchen Isigatsweiler bei Achberg entspringt und in Kressbronn in den See mündet, Mühlen, die teils vor über 800 Jahren erstmalig urkundlich erwähnt wurden. Am Freitag laden die Gemeinde und der TV Kressbronn entlang des idyllischen Baches zum ersten Mühlenlauf ein. In einem Lehensbrief des Lindauer Edelmannes Burckart von Werdnow aus dem Jahre 1426 ist zu lesen, dass die „Mittelmühle" am Ungenbach, dem heutigen Nonnenbach, an Peter dem Strauphar vergeben wurde. Daraus geht auch hervor, dass die heutige Ober- sowie die Untermühle unter ihrem heutigen Namen bereits bestanden haben. Die eigentliche Errichtung der Obermühle im Zusammenhang mit vier Gattnauer Wirtschaftsobjekten, die vor den „Wolfurtern" den „Wiler" gehörten, wird sogar bis ins späte 12 Jahrhundert datiert. Durch Einschnitte in der Landwirtschaft und durch die Industrialisierung wurde die Obermühle 1939 stillgelegt. Heute wird das 20 Hektar große Anbau- und Bewirtschaftungsgebiet durch die Tochter von Hansjörg Willmann, Karin Aicher, weitergeführt. Für die Läufer des Mühlenlaufs ergibt sich entlang der Wege nicht nur ein idyllisches Streckenprofil in wunderschöner Natur, zudem lässt sich ein geschichtlicher Abstecher in längst vergangene Zeiten machen. Los geht es für die Läufer am 4. Juni um 18.30 Uhr vor der Festhalle. Auf der Strecke von 3740 Metern werden 80 Höhenmeter bewältigt, die Strecke geht an der Nonnenbachschule vorbei zu Mittel- und Obermühle, über den Nunzenberg, nach Talholz, den Ottenberg- und Untermühlenweg zurück zur Festhalle.
Ein Wunsch, der auf eine leidvolle Erfahrung zurückgeht: Als Leiter der TVK-Abteilung Marathon/Volkslauf zeichnet Kaifer auch für die Wanderungen auf dem Jubiläumsweg Bodenseekreis verantwortlich – und musste mit den Mitwanderern drei Sonntage hintereinander Regenwetter erdulden. Entmutigen lässt er sich davon nicht. Die Idee zum Mühlenlauf hat er aus seiner Heimat Ostwestfalen mitgebracht: Dort sei es in den Leichtathletik-Gemeinschaften üblich, bei sechs bis acht Läufen im Jahr zu starten. Um also die Pausen zu überbrücken, können Kressbronner Sportfreunde, aber gerne auch Auswärtige, sich für den Mühlenlauf anmelden. Start wird am 4. Juni um 18.30 Uhr vor der Festhalle sein. Auf der Strecke von 3740 Metern werden 80 Höhenmeter bewältigt, der Weg führt dabei an der Nonnenbachschule vorbei zu Mittel- und Obermühle, ehe über Nunzenberg, Talholz und Ottenbergweg wieder das Ziel an der Festhalle erreicht wird. Der sportliche Charakter soll durchaus im Vordergrund stehen – nimmt jeder Läufer doch zugleich an der Ortsmeisterschaft teil. Bei der Siegerehrung (direkt im Anschluss) gibt es Urkunden sowie für die schnellsten Kressbronner noch ein Schmankerl. In der Damen- wie Herrenwertung sind Siegerschalen aus Ton von der Argen-Töpferei in Goppertsweiler ausgelobt. Andreas Kaifer hat bislang positive Resonanz auf diese Idee erfahren, bis aus Reutlingen liegen Anmeldungen vor. Wobei er weiß, dass der 4. Juni als Ferientag eine Unsicherheit in sich trägt. Doch da eilt der Blick dann schon voraus: Sollte sich der Mühlenlauf bewähren, ließe sich der Termin ja vielleicht ab 2011 auf Pfingstmontag umpolen – an dem Feiertag ist nämlich stets deutscher Mühlentag. |